Carl Michael Ziehrer (1843 -1922)

 

 

 

 

Bearbeitung für Blasorchester 

Phonographen - Walzer op. 423
Grade 2/3 (Mittelstufe)
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Carl Michael Ziehrer wird am 2. Mai 1843 in Wien geboren und erlernt zunächst von seinem Vater das Handwerk des Hutmachers. Er spielt nebenbei Klavier und verfasst bereits mit 19 Jahren eigene kleine Kompositionen. Carl Haslinger, der Verleger von Johann Strauß, wittert in ihm einen neuen Stern am Wiener Walzerhimmel und protegiert den jungen Carl Michael Ziehrer, indem er ihm Lehrmeister für Dirigenten- und Komponistentätigkeit zur Verfügung stellt. Ziehrer ist Schüler von Simon Sechter.

Am 21. November 1863 gibt Ziehrer sein erstes Konzert im Dianabadsaal in Wien.

1865 wird er in die Blumensäle der Wiener Gartenbaugesellschaft engagiert, wo er als Ballregent fungiert und einige Neukompositionen zur Uraufführung bringt.

Im November 1867 ernennt man Ziehrer zum Kapellmeister des Arbeiter-Bildungswerks. Danach wird er Militärkapellmeister und hat zur Zeit der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 neuerdings eine Zivilkapelle.

Nachdem es in Wien Differenzen mit seinen Förderern und Gönnern gibt, zieht Ziehrer nach Berlin, übernimmt die Kapelle der Reichshallen und arbeitet als Variete-Dirigent. Dabei lernt er Marianne Edelmann aus Linz kennen, die er am 1. September 1888 heiratet.

Im Jahre 1883 erhält Ziehrer den Posten als Kapellmeister der berühmten

"Hoch- und Deutschmeister", nachdem der im selben Jahr ernannte Heinrich Strobl unerwartet stirbt. Der Durchbruch gelingt Ziehrer zwischen 1885 und 1893 als musikalischer Leiter dieser Militärmusik des Wiener Hausregimentes. Ziehrer wird zum Liebling des Wiener Publikums. Carl Michael Ziehrer gibt nun Konzerte in ganz Europa und auch in den USA zur Weltausstellung in Chicago. Diese grandiosen Erfolge in Amerika bringen aber auch einen Umbruch, denn wegen Urlaubsüberschreitung entzieht man ihm die Leitung der Militärmusik und Ziehrer verlegt sich nun ganz auf das Komponieren und Musizieren. Noch vor der Jahrhundertwende wird Ziehrers Musik fester Bestandteil der Operettenbühnen. Als Höhepunkt in seiner Laufbahn kann man Ziehrers Ernennung zum vierten und letzten k.k. Hofballmusikdirektor, nach Johann Strauß Vater, Johann Strauß Sohn und Eduard Strauß, im Jahre 1907 bezeichnen. Nach dem Ende der Monarchie verbringt er die letzten Lebensjahre äußerst bescheiden und fast vergessen.

Carl Michael Ziehrer verliert während des Ersten Weltkrieges sein Vermögen und stirbt verarmt am 14. November 1922 in Wien.

Seine ungefähr 600 Werke, darunter 23 Operetten, sind ein überaus bedeutungsvoller Beitrag zur Wiener Unterhaltungsmusik. Ziehrer ist nicht nur ein besonderer Meister der Tanzmusik und da wieder in erster Linie des Wiener Walzers, sondern auch einer der vielen Meister der Wiener Operette.

Mit seinen beiden Hauptwerken "Der Fremdenführer" und "Der Schätzmeister" steht Carl Michael Ziehrer bereits am Übergang zur modernen (silbernen) Wiener Operette. 

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